PLAYLUST KOMPAKT NO 11
Diese Woche war ich weder an den Schauen in Paris, noch an den Oscars. Und auch nicht am Zürcher Opernball (mit der Einladung kam die Bitte, CHF 800 einzuzahlen, sorry nein). Dafür war ich am Samstagabend Gast einer Exklusiv-Vorbesichtigung des neuen VitraHaus von Herzog & de Meuron. Gastgeber Hanns Peter Cohn (CEO Vitra) führte durch die Mischung aus Showroom, Showloft und Wet Dream come true für Fans von Eames, Pantone und dem Set-Design von 2001 A Space Odyssey. Mit dem nötigen Kleingeld kann man die Objekte der Begierde übrigens an Touchscreens auch gleich ordern. V clever. V cruel. Wenn das Budget nur für Vitra für Arme in Form von Miniaturen reicht.
Mein HQ:
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Der Blick aufs Wohnzimmer:
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Willkommen zuhause: leider nur in der Fantasie
© PLAY HUNTER
An den Swiss Music Awards traf ich im Medienraum den rappenden Filmstar Bushido, Houseman DJ Antoine, Dandy Meier und Baron Blank von Yello sowie einen auf die Erde gefallenen, bzw. bei Ke$ha tanzenden GoldenBoy. Von ersteren kann man halten, was man will. Grundsätzlich mag ich aber männliche Stars, die Aufforderungen widerstandslos folgen. Auch doof-peinlichen wie meine an DJ Antoine: Leck doch mal den Music Award, so wie Simi Ammann die Olympiamedaille. Oder harte Männer, die scharfsinnigen Small-Talk beherrschen, wie Bushido (Kommen Sie aus Surinam? in Bezug auf mein rotes Beret).
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Bleiben in Kontakt: Bushido und DJ Antoine. Wir fragen uns: Wie mag eine mögliche Kollaboration wohl klingen?
© PLAY HUNTER
Auf dem Rückweg stiess ich an der S-Bahn Haltestelle Hardbrücke auf zwei Mitglieder von Pegasus aus Biel, die die Newcomer-Band Awards heimschleppten. Wie alles in der Schweiz kommt kein Spass ohne Schmerz und Schweiss: So ein Betonklotz wiegt: mindestens ein Kilo.
Noch schwerer wiegt allerdings die Tatsache, dass man in der Schweiz noch nicht erkannt hat, dass die grosse Zeit der Roten Teppiche und C-Z Promis mit Tussilook vorbei ist. Beispiel Oscars: Kathryn Bigelow schreibt als erste Oskar-Regisseurin (und am jüngsten aussehende Sechzigjährige) Geschichte, was sie aber nicht davon abhält, die Party frühzeitig zu verlassen, um den Babysitter abzulösen. Mo’Nique, die beste Nebendarstellerin, besteht weiterhin darauf, ihre dichtbehaarten Beine nicht zu rasieren, Oscars hin oder her. Auch die Designer haben Null Bock mehr auf VIP-Mode, Achtziger-Trash und die Lindsay Lohans dieser Welt. Ganz Paris setzt in nie gesehener Einigkeit auf minimalistische, an Helmut Lang gemahnende Tages-und Geschäftsoutfits in grau, beige und schwarz.
Für die Trendwende verantwortlich: Phoebe Philo von Celine. Ihr reduziert-maskuliner Frühlings-Look 2010 definiert den Stil der neuen Dekade und ist der Massstab, an dem sich ihre Kollegen beinahe sklavenhaft orientieren.
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Model und Designerin Philo / AW10/11 /©style.com
Ich finde: macht’s nur so weiter. Selten zuvor war Laufstegmode so alltagtauglich. Und leicht zu kopieren. Zara und Co. lassen wahrscheinlich schon die Nähmaschinen heiss laufen. Aber ob so der Einheitslook ein lohnendes Geschäftsmodell für die Designer wird?
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Grau ist das neue Schwarz: Model und Stella McCartney /©style.com
Ich bin ehrlich bemüht, einen vorurteilslosen Blick auf die Schweizer Mode zu werfen. Immer noch keine Einladung an die Abschlussschau der Modeklasse Basel an diesem Samstag (na ja, um fair zu sein, handelt es sich dabei bloss um eine Nebenveranstaltung zum Facehunter Book-Signing) und Bemühungen wie ‘wir können versuchen, dich reinzuschmuggeln, wenn du frühzeitig erscheinst’ (Chivras/Mode Suisse? Oui! Event am Freitag, Papiersaal Zürich), helfen dabei nicht. Als Stil-Berichterstatterin und (potentielle) Kundin habe ich manchmal den Eindruck, die hiesige Modeszene betrachtet und behandelt einen wie zu viele Betreiber von Zürcher In-Lokalen ihre Gäste: Als Störelement.
Alexander McQueen meinte dazu: People always ask if I think about a concept or the show or the front row or whatever first. No! Fuck off! The client comes first!
AMEN
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